15. Oktober: Tag des weißen Stockes

Eine Frau mit Sehbehinderung geht mit einem weißen Langstock über einen Weg im Freien.
DBSV/A.Friese

Reha blinder und sehbehinderter Menschen – DBSV fordert Studiengang

Anlässlich des Tags des weißen Stockes am 15. Oktober fordert der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) die Einführung eines Bachelor-Studiengangs „Rehabilitation bei Beeinträchtigung des Sehens und Blindheit“. Um diesen finanziell abzusichern und gemeinsam mit den Hochschulen umzusetzen, wird dringend die Unterstützung von Bund und Ländern gebraucht.

Wer sein Sehvermögen verliert oder mit einer fortschreitenden Sehbehinderung lebt, benötigt gezielte Unterstützung, um alltägliche Fähigkeiten zu erhalten oder neu zu erlernen. Dazu gehören vor allem Schulungen in Orientierung und Mobilität, etwa für die sichere Fortbewegung mit dem Blindenlangstock, sowie in lebenspraktischen Fähigkeiten. Dabei erlernt man beispielsweise, selbstständig zu kochen, einzukaufen, Geld zu verwalten oder Haushaltsgeräte sicher zu bedienen. „Ohne Reha können Betroffene ihren Alltag nicht selbstständig bewältigen, was in der Folge auch ihre gesellschaftliche Teilhabe massiv einschränkt“, stellt DBSV-Präsident Hans-Werner Lange fest.

Es gibt jedoch einen gravierenden Mangel an den dafür benötigten Rehabilitationsfachkräften. Weil viele von ihnen in den kommenden Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden, droht sich die Lage noch zu verschärfen. Zudem wird der demographische Wandel für einen erhöhten Bedarf sorgen, denn Sehbeeinträchtigungen und Blindheit treten insbesondere im höheren Lebensalter auf. Bereits heute warten Betroffene in einigen Regionen Deutschlands rund ein Jahr auf ihre Reha-Schulungen.

Derzeit wird die Ausbildung zur Rehabilitationsfachkraft als Weiterbildung aufbauend auf einem sozialen oder Gesundheitsberuf angeboten. Sie ist mit hohen finanziellen Belastungen für die Fachschülerinnen und Fachschüler verbunden, was es erschwert, Menschen für das Berufsbild zu interessieren und ausreichend Fachkräfte zu qualifizieren. Der DBSV fordert deshalb die Einführung eines Bachelor-Studiengangs „Rehabilitation bei Beeinträchtigung des Sehens und Blindheit“. Ein solches Hochschulstudium würde einen strukturierten Zugang zum Beruf eröffnen, fachliche Entwicklungsperspektiven verbessern und eine verlässliche Grundlage für die Ausbildung des dringend benötigten Nachwuchses schaffen. „So können wir eine flächendeckende Versorgung blinder und sehbehinderter Menschen sicherstellen. Das ist nicht nur ein Plus für die Eigenständigkeit und Selbstbestimmung der Betroffenen, sondern auch gut angelegtes Geld, um das Sozialsystem von ansonsten dauerhaften Folgekosten im Gesundheits- und Sozialbereich zu entlasten“, betont Lange.

15. Oktober: Internationaler Tag des weißen Stockes

Im Jahr 1964 wurde vom US-Kongress eine Resolution in Kraft gesetzt, die den 15. Oktober zum White Cane Safety Day (übersetzt ungefähr: „Verkehrssicherheitstag des weißen Stockes“) erklärte. Mit seiner umgehenden Proklamation unterstützte der damalige Präsident der Vereinigten Staaten, Lyndon B. Johnson, das Streben blinder Menschen nach mehr Selbstständigkeit. Der Tag des weißen Stockes entwickelte sich schnell zum weltweiten Aktionstag der sehbehinderten und blinden Menschen.

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