Für Angehörige ist es wichtig, zunächst die Erkrankung zu verstehen und zu verstehen, was die betroffene Person sieht bzw. nicht mehr sieht. Psychosoziale Begleitung der betroffenen Person ist ebenfalls wichtig: Bleiben Sie optimistisch, schüren Sie aber keine Erwartungen, die nicht eingelöst werden können wie „Das wird schon wieder.“ Die Erkrankung verläuft fortschreitend, d. h. es wird immer wieder Phasen der Verschlechterung geben. Akzeptieren Sie diese Progression. Begleiten Sie die betroffene Person in den Trauerphasen, indem Sie zuhören und Geduld aufbringen. Konzentrieren Sie sich zusammen mit der betroffenen Person darauf, was noch geht und nicht darauf, was nicht mehr möglich ist.
Fördern Sie die Eigenständigkeit der betroffenen Person. Eine Seheinschränkung ist keine Entmündigung. Bieten Sie so viel Hilfe an, wie es nötig ist. Bedenken Sie, dass es für die betroffene Person u. U. nicht einfach ist, Hilfe anzunehmen. Treffen Sie klare Absprachen.
Nehmen Sie Anteil: Informieren Sie sich z. B. gemeinsam zu Hilfsmitteln wie Vorlese-Apps.
Fragen Sie nach Unterstützungsangeboten für Angehörige. Selbsthilfevereine bieten oft auch Austauschformate für Angehörige an.
Eine sinnvolle Unterstützung besteht darin, die Wohnung gemeinsam so einzurichten, dass Eigenständigkeit und Selbstbestimmtheit so lange wie möglich erhalten bleiben. Alles sollte sich immer am gleichen Platz befinden. Sorgen Sie für Kontraste und für gute (indirekte) Beleuchtung. Reduzieren Sie Blendungen (z. B. Lichtquellen ohne Schirm). Durch unterschiedliche Bodenbeläge kann die Orientierung erleichtert werden („Der Lichtschalter befindet sich dort, wo der Teppich aufhört“), gleichzeitig sollten Sie darauf achten, dass Stolperfallen wie hochstehende Teppichkanten vermieden werden. Treppen sind Gefahrenstellen: Ein Handlauf an beiden Seiten und kontrastreich markierte Stufen verringern das Sturzrisiko.
