In dieser Ausgabe von Retina View sprechen wir mit Prof. Dr. Albrecht Lommatzsch über ein Thema, das die Behandlung der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) in den kommenden Jahren entscheidend verändern könnte: Biomarker.
Was sind Biomarker überhaupt – und warum sind sie für Menschen mit AMD so wichtig? Prof. Lommatzsch erklärt verständlich, wie moderne Bildgebung und die Analyse kleinster Veränderungen in der Netzhaut helfen können, den Krankheitsverlauf besser einzuschätzen und Therapien gezielter zu steuern. Ziel ist es, Veränderungen möglichst früh zu erkennen – idealerweise noch bevor Flüssigkeit die empfindlichen Sehzellen dauerhaft schädigt.
Im Gespräch geht es außerdem um die Chancen der künstlichen Intelligenz in der Augenheilkunde. KI kann OCT-Aufnahmen auswerten, Biomarker erkennen und Augenärzte bei Diagnosen und Therapieentscheidungen unterstützen. Dabei macht Prof. Lommatzsch deutlich: Die künstliche Intelligenz ersetzt den Arzt nicht – sie ist ein wertvolles Werkzeug, das medizinische Entscheidungen unterstützt, aber nicht übernimmt.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, wie sich die Behandlung der feuchten AMD künftig individualisieren lässt. Können Biomarker helfen, den optimalen Zeitpunkt für eine Therapie zu bestimmen? Wird es möglich sein, den Behandlungsbedarf eines Patienten besser vorherzusagen und damit die Belastung durch häufige Kontrolltermine und intravitreale Injektionen zu reduzieren?
Auch der Blick in die Zukunft kommt nicht zu kurz: Prof. Lommatzsch berichtet über neue Medikamente, Gentherapien und die Hoffnung, dass die AMD eines Tages nicht nur behandelt, sondern deutlich früher erkannt und ihr Fortschreiten langfristig verhindert werden kann.
Zum Abschluss gibt der Netzhautspezialist praktische Empfehlungen für Betroffene und ihre Angehörigen – von einem gesunden Lebensstil über regelmäßige augenärztliche Vorsorge bei familiärer Vorbelastung bis hin zur Bedeutung eines verlässlichen Unterstützungsnetzwerks im Alltag.
Themen dieser Folge:
- Was Biomarker über eine AMD verraten
- Früherkennung statt Schadensbegrenzung
- Moderne OCT-Bildgebung und künstliche Intelligenz
- Individualisierte Therapie der feuchten AMD
- Zukunftsperspektiven: Präzisionsmedizin und Gentherapie
- Praktische Tipps für Menschen mit AMD und ihre Familien

Gast: Prof. Dr. med. Albrecht Lommatzsch
Prof. Dr. Albrecht Lommatzsch leitet seit vielen Jahren die retinologische Abteilung am Augenzentrum des St. Franziskus-Hospitals Münster und zählt zu den führenden Experten auf dem Gebiet der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD). Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Erforschung von Biomarkern, moderner OCT-Bildgebung und innovativen Therapieansätzen, die eine individuellere und möglichst frühzeitige Behandlung von Menschen mit AMD ermöglichen.
Weiterführende Informationen unter folgenden Links:
https://www.augen-franziskus.de/
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