Folgenbeschreibung
In dieser Folge von Retina View geht es um einen Chatbot, der nach Lebensqualität und Symptomen von Patienten mit chronischen Augenerkrankungen fragt.
Wie geht es Menschen mit einer Augenerkrankung zwischen zwei Arztterminen? Welche Veränderungen bemerken sie im Alltag, und wie können diese Informationen helfen, ihre medizinische Versorgung zu verbessern?
Wie geht es Menschen mit einer Augenerkrankung zwischen zwei Arztterminen? Welche Veränderungen bemerken sie im Alltag, und wie können diese Informationen helfen, ihre medizinische Versorgung zu verbessern?
In der Augenheilkunde liefern Untersuchungen wie die Messung der Sehschärfe oder bildgebende Verfahren wichtige Erkenntnisse über den Zustand der Augen. Doch medizinische Messwerte allein zeigen nicht immer, wie Betroffene ihre Erkrankung erleben und welche Einschränkungen sie im Alltag erfahren.
Hier setzen sogenannte Patient-Reported Outcome Measures (PROMs) an. Mit diesen Instrumenten werden Beschwerden, Symptome und persönliche Erfahrungen direkt von Patientinnen und Patienten erfasst. Doch wie lassen sich solche Informationen regelmäßig, zuverlässig und möglichst unkompliziert erheben?
An der Universitäts-Augenklinik Bonn wird dazu ein neuer Ansatz erforscht: Ein digitaler Chatbot befragt Menschen mit chronischen Augenerkrankungen zu ihren Symptomen und Veränderungen im Alltag. Ziel des Forschungsprojekts ist es, neue Möglichkeiten der digitalen Symptomerfassung zu entwickeln und damit langfristig eine bessere Überwachung von Krankheitsverläufen sowie eine stärker patientenzentrierte Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.
Besonders interessant für Menschen mit Sehverlust ist die geplante Weiterentwicklung des Chatbots zu einem sprachgesteuerten System. Künftig könnten Betroffene ihre Beschwerden möglicherweise einfach mündlich schildern, statt digitale Fragebögen ausfüllen zu müssen. Künstliche Intelligenz könnte dabei helfen, die Angaben strukturiert zu erfassen und wissenschaftlich auszuwerten.
Doch wie zuverlässig sind solche Systeme? Welche Chancen bietet die künstliche Intelligenz, und wo liegen ihre Grenzen? Kann ein digitaler Dialog künftig dazu beitragen, Veränderungen früher zu erkennen und die augenärztliche Betreuung zu verbessern?

Gast: Priv.-Doz. Dr. med. Jan H. Terheyden
Darüber spricht Moderator Thomas M. Duda mit Privatdozent Dr. med. Jan H. Terheyden, FEBO, Facharzt für Augenheilkunde an der Universitäts-Augenklinik Bonn. Er stellt das Forschungsprojekt vor, berichtet über die bisherigen Erfahrungen und erläutert, welche wissenschaftlichen Schritte noch notwendig sind, bevor solche Systeme in der medizinischen Routineversorgung eingesetzt werden können.
Die Folge knüpft an unser Gespräch mit Prof. Sabine Wöhlke über die Bedeutung von PROMs an und zeigt, wie die Perspektive der Patientinnen und Patienten mithilfe digitaler Technologien künftig stärker in die Augenheilkunde einfließen könnte.
