Altersbedingte Makulaerkrankungen betreffen vor allem das zentrale Sehen. Eine vollständige Erblindung tritt dabei in der Regel nicht ein. Diese Seite erläutert, was die Erkrankungen bedeuten, wie sie sich auswirken und welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.
Das Positive vorweg
Bei altersbedingten Makulaerkrankungen werden Betroffene nicht vollständig erblinden.
Auch wenn das zentrale Sehen deutlich eingeschränkt sein kann, bleibt in der Regel das periphere Sehen erhalten, sodass Orientierung im Raum weiterhin möglich ist.
Viele Menschen sind überrascht zu erfahren, dass sie trotz erheblicher Einschränkungen im Alltag rechtlich als „blind“ gelten können, ohne tatsächlich „nichts mehr zu sehen“.
Ein Leben mit einer Makulaerkrankung ist herausfordernd – aber lebenswert und gestaltbar.
Was ist die Makula?
Die Makula ist der Bereich der Netzhaut, der für das scharfe, zentrale Sehen verantwortlich ist.
Sie wird benötigt für:
- Lesen
- Erkennen von Gesichtern
- feine Detailarbeit
- gezieltes Fixieren
Wenn die Makula erkrankt ist, bleibt das äußere Gesichtsfeld meist erhalten, während das Sehen im Zentrum beeinträchtigt wird.
Was sind altersbedingte Makulaerkrankungen?
Altersbedingte Makulaerkrankungen sind Erkrankungen der Netzhaut, die überwiegend im höheren Lebensalter auftreten.
Die bekannteste Form ist die altersbedingte Makuladegeneration (AMD).
Typisch ist:
- ein schleichender Beginn
- eine zunehmende Einschränkung des zentralen Sehens
- ein meist langfristiger Verlauf
Makulaerkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen für Sehverlust im Alter.
Hier sehen Sie eine Simulation von altersbedingter Makuladegeneration (AMD)
Wen betreffen altersbedingte Makulaerkrankungen?
Altersbedingte Makulaerkrankungen betreffen vor allem:
- ältere Menschen
- häufig Personen ohne vorherige Augenerkrankung
- Menschen, die zuvor ein gutes Sehvermögen hatten
Die Diagnose kann daher besonders verunsichernd sein, da sie oft unerwartet kommt und grundlegende Alltagsfähigkeiten betrifft.
Wie äußern sich Makulaerkrankungen?
Typische Symptome sind:
- verschwommenes oder verzerrtes Sehen im Zentrum
- Schwierigkeiten beim Lesen
- Probleme beim Erkennen von Gesichtern
- ein „grauer Fleck“ oder unscharfer Bereich im Blickzentrum
Das periphere Sehen bleibt in der Regel erhalten, was Orientierung weiterhin ermöglicht.
Verlauf und Einordnung
Altersbedingte Makulaerkrankungen können unterschiedlich verlaufen:
- langsam fortschreitend
- über längere Zeit stabil
- in bestimmten Formen auch schneller veränderlich
Auch wenn das zentrale Sehen stark beeinträchtigt sein kann, bedeutet dies nicht, dass Betroffene hilflos oder orientierungslos sind. Viele entwickeln wirksame Strategien, um ihren Alltag anzupassen.
Gesetzliche Blindheit und Makulaerkrankungen
Bei fortgeschrittenen Makulaerkrankungen kann es vorkommen, dass Betroffene:
- rechtlich als blind im Sinne des Gesetzes gelten,
- obwohl sie noch sehen können.
Diese rechtliche Einstufung dient der Regelung von Unterstützungsleistungen und sagt nichts über die persönliche Lebensqualität oder Selbstständigkeit aus.
Was können Sie selbst tun?
Auch bei einer Makulaerkrankung können Sie aktiv bleiben:
- regelmäßige augenärztliche Kontrollen wahrnehmen
- Veränderungen des Sehens aufmerksam beobachten
- Hilfsmittel frühzeitig kennenlernen
- das Amsler-Gitter zur Selbstkontrolle nutzen
- Unterstützung und Austausch annehmen
Frühe Information und Anpassung können den Alltag deutlich erleichtern.
Was können Sie von Retina plus e.V. erwarten?
Retina plus e.V. ist ein gemeinnütziges Experten- und Selbsthilfenetzwerk von Betroffenen für Betroffene.
Wir bieten:
- verständliche Informationen
- Orientierung bei rechtlichen und alltagspraktischen Fragen
- Vernetzung mit anderen Betroffenen
- Hinweise auf geeignete Unterstützungsangebote
- Ermutigung, neue Wege zu finden
Gerade im höheren Lebensalter ist es wichtig, niedrigschwellige und gut zugängliche Angebote zu kennen.
Wer kann zusätzlich helfen?
Neben Retina plus e.V. können folgende Angebote unterstützen:
- BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen
- Sehen im Alter
- AMD-Netz
- Silbernetz
- DigitalPakt Alter
Digitale Angebote können dabei helfen, Information, Austausch und Unterstützung einfacher zugänglich zu machen.
Wenn Sie Fragen haben, unsicher sind oder Unterstützung bei der Einordnung Ihrer Situation benötigen, wenden Sie sich gerne an uns:
beratung@retinaplus.de
Hinweis:
Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle medizinische Beratung.



