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Register

Medizinische Register sammeln wichtige Daten über Krankheiten, Behandlungen und deren Ergebnisse. Sie sind eine zentrale Grundlage für Forschung, Qualitätssicherung und die Entwicklung neuer Therapien.

Gerade bei seltenen Netzhauterkrankungen können Register entscheidend dazu beitragen, Krankheitsverläufe besser zu verstehen und wirksame Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Register ermöglichen:

  • mehr Transparenz darüber, welche Studien und Behandlungen durchgeführt werden,
  • bessere Vergleichbarkeit medizinischer Ergebnisse,
  • Grundlage für neue wissenschaftliche Erkenntnisse,
  • Unterstützung nationaler und internationaler Forschungsnetzwerke.

Gibt es in Deutschland ein „Registergesetz“?

Oft taucht in den Medien und der Fachöffentlichkeit der Begriff „Registergesetz“ auf.

Wichtig zu wissen ist:

  • Ein umfassendes, allgemeines Registergesetz existiert in Deutschland derzeit noch nicht.
  • Die Bundesregierung arbeitet jedoch an einem Gesetzesentwurf, der einheitliche Standards für medizinische Register schaffen soll.
  • Ziel des geplanten Gesetzes ist es, Qualität, Transparenz, Datenschutz und Nutzbarkeit medizinischer Register zu verbessern.
  • Der Begriff „Registergesetz“ beschreibt daher einen laufenden politischen und fachlichen Prozess, der in Zukunft zu mehr Struktur und Verlässlichkeit führen soll.

Warum wird ein Registergesetz diskutiert?

Deutschland hat sehr viele unterschiedliche medizinische Register – aber sie funktionieren nicht einheitlich.
Ein Registergesetz soll helfen, diese Probleme zu lösen.

Unterschiedliche Qualitätsstandards

Einige Register arbeiten sehr professionell, andere weniger strukturiert.
Ein Gesetz soll Mindeststandards festlegen.

Uneinheitlicher Datenschutz und Zugangsregeln

Wer Daten wie nutzen darf, ist nicht immer klar geregelt.
Ein Gesetz soll hier klare und transparente Regeln schaffen.

Bessere Nutzung für Forschung

Viele Daten könnten wissenschaftlich wertvoll sein, sind aber schwer zugänglich.
Mit einem Registergesetz könnten sie besser für Forschung genutzt werden – selbstverständlich pseudonymisiert und datenschutzkonform.

Mehr Transparenz für die Öffentlichkeit

Infoportale oder zentrale Datenbanken sollen es Betroffenen leichter machen, relevante Register zu finden und zu verstehen.

Wie betreffen Register Patientinnen und Patienten mit Netzhauterkrankungen?

Für Menschen mit Netzhauterkrankungen sind Register besonders wichtig, weil:

  • Daten bei seltenen Erkrankungen oft fehlen,
  • Forschung beschleunigt werden kann,
  • klinische Studien gezielter geplant werden können,
  • Therapien besser auf Alltagserfahrungen abgestimmt werden können,
  • internationale Kooperationen erleichtert werden.

Betroffene profitieren langfristig von besseren Forschungsmöglichkeiten, höheren Qualitätsstandards und klar geregeltem Datenschutz.

Welche Register sind heute bereits relevant?

Auch ohne Registergesetz gibt es in Deutschland mehrere wichtige Register, die klinische Studien oder wissenschaftliche Daten erfassen.
Dazu gehören:

DRKS – Deutsches Register Klinischer Studien
Das wichtigste Studienregister für Deutschland.
Es listet klinische Studien aus vielen medizinischen Bereichen.

OREGIS – Studienregister der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG)
Spezialisiert auf Augenheilkunde und damit besonders relevant für Netzhauterkrankungen.

Europäisches Studienregister (EU CTR)
Erfasst klinische Studien, die in der EU und im EWR durchgeführt werden.

ClinicalTrials.gov
Weltweit größtes Studienregister – viele internationale Studien mit deutscher Beteiligung sind hier aufgeführt.

Datenschutz: Welche Regeln gelten heute schon?

Auch ohne spezielles Registergesetz gelten klare Vorgaben:

  • DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung)
  • Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)
  • medizinische Schweigepflicht
  • Ethikkommissionsvorgaben

Personenbezogene Daten müssen immer geschützt, pseudonymisiert und zweckgebunden verwendet werden.
Die Weitergabe für Forschung darf nur mit ausdrücklicher Einwilligung erfolgen.

Was bedeutet das für Patientinnen und Patienten?

Sie können sicher sein, dass:

  • Ihre Daten nicht offen zugänglich sind,
  • jede Nutzung klar geregelt und zweckgebunden ist,
  • Register künftig noch transparenter und verlässlicher werden,
  • Sie jederzeit entscheiden können, ob Ihre Daten genutzt werden dürfen – auch für zukünftige Forschung.

Fazit

Ein zukünftiges Registergesetz soll medizinische Register in Deutschland sicherer, einheitlicher und transparenter machen.
Für die Forschung zu Netzhauterkrankungen bietet das große Chancen:
Mehr Daten, bessere Planung klinischer Studien und langfristig bessere Behandlungsmöglichkeiten.

Retina plus e.V. wird diesen Prozess begleiten und Betroffene verständlich informieren.